Herr Lehmann : ein Roman

von Sven Regener
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Über

Dass die Schwaben nach den Türken die größte ethnische Minderheit in Berlin sind, ist bekannt. Der Kneipenbesitzer Erwin, einer der Protagonisten in Sven Regeners Kreuzberg-Roman, ist ein Schwabe, wie er im Buche steht: geschäftstüchtig, moralisierend und immer auf den eigenen Vorteil bedacht. Und wenn er mal wieder nicht mit dem Lauf der Dinge einverstanden ist, murmelt er sein "Kerle, Kerle, Kerle..." vor sich hin -- wie das Schwaben eben so tun. Spätestens an dieser Stelle merkt man, dass Sven Regener ein Bremer ist. Und das ist gut so. Zwar zieht es gestandenen Süddeutschen regelmäßig die Schuhe aus, wenn sich ein Hanseate im O-Ton Süd versucht, aber hier ist der Tonfall geradezu konstitutiv für den Charme der Veranstaltung. Denn je länger Herr Regener liest, desto schnodderig-hanseatischer kommt einem sein Tonfall vor, desto mehr taucht man in die Welt des Beinahe-Dreißigjährigen Frank Lehmann ein, eines waschechten Bremer Kreuzbergers eben.

Die insgesamt 14 Kapitel verteilen sich auf 4 CDs. Das macht insgesamt ziemlich exakt viereinhalb Stunden Hörgenuss, in denen sich, angefangen von der Geschichte mit dem Hund bis hin zum Besuch im Urbankrankenhaus, auch noch einmal die ganze Virtuosität von Regeners Dialogkunst offenbart. Denn vorgelesen wirkt das alles noch komischer, noch mehr dem Leben abgeschaut (und bleibt doch, was es ist: Literatur!). Und wenn man ganz genau hinhört, hört man ab und zu sogar Kindergeschrei im Hintergrund. 4 CDs; 270,38 Minuten Spielzeit. --Axel Henrici

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juhnke

Juhnke

Berlin-Kreuzberg in den Achtziger Jahren - ehe die Mauer fiel und das Lben anstrengend wurde. Coole norddeutsche Schnauze.

0 Antworten geschrieben im Dezember
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