Im Reich der Engel

von Bernard Werber
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Über

Mit seiner Trilogie über das Schicksal eines Ameisenstammes legte der französische Romancier Bernard Werber ein beachtliches schriftstellerisches Debüt vor, das ein internationaler Bestseller wurde und den jungen Autor weltberühmt machte. Nun ist mit Im Reich der Engel der neueste, mit Spannung erwartete Roman von Bernard Werber erschienen, und -- um das traurige Fazit gleich vorwegzunehmen -- er ist eine herbe Enttäuschung geworden.

Erzählt wird die Geschichte von Michael Pinson, der auf ungewöhnliche Art und Weise zu Tode kommt, als ein Passagierflugzeug in sein Haus rast. Michael kommt in den Himmel, doch im Gegensatz zu seiner Familie, die in den "Reinkarnationskreislauf" zurückgeführt wird, darf er bleiben und wird zum Schutzengel ausgebildet. Nach absolvierter Ausbildung befindet er sich in illustrer Gesellschaft -- Groucho Marx, Marilyn Monroe und Oscar Wilde dienen ebenfalls als Schutzengel, um nur einige zu nennen -- und bekommt drei ungeborene Menschen als Mündel zugewiesen: Jacques, Venus und Igor, über deren Entwicklung er künftig wachen und deren Leben er lenken soll. Als die Schutzengel auf ein koreanisches Mädchen aufmerksam werden, das zwischen seinen Reinkarnationen lange Zeiträume "anderswo" verbringt, auf einem anderen Planeten, wie sie unter Hypnose aussagt, machen sich viele von ihnen auf die Suche nach dieser fremden Welt -- auch Michael, der seine drei Schützlinge darüber grob vernachlässigt. Doch siehe, deren Triumphe und Niederlagen halten sich auch ohne sein Zutun die Waage.

Man merkt dem Roman die Intention durchaus an: Ein philosophisches Werk sollte es sein, für die die französische Schriftsteller seit jeher berühmt sind -- aber dabei möglichst leicht, amüsant und unterhaltend zu lesen. Stattdessen verliert und verzettelt sich der umfangreiche Roman in zahlreichen Nebenhandlungen und ermüdenden Einschüben. Das Handlungsgerüst kreist überwiegend um die christliche Lehre von Himmel, Hölle und Engeln, New-Age-kompatibel gewürzt mit einem Schuss fernöstlicher Reinkarnationsmystik, dazu eine Prise Science Fiction und jede Menge "name-dropping" -- doch der Oscar Wilde des Romans gibt bestenfalls müde Witzchen über Jesus zum Besten, die Lichtjahre von den geistreichen und sardonischen Aphorismen dieses grandiosen irischen Dichters entfernt sind, und man lernt schnell: Wenn man sich auf große Vorbilder beruft, erreicht man nicht zwangsläufig deren Klasse -- und mancher, der auf diese Weise Vergleiche herausfordert, schneidet dabei ganz schlecht ab! --Joachim Körber

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