Ringelblums Vermächtnis: Das geheime Archiv des Warschauer Ghettos

von Samuel D. Kassow

Über

Gut ein Jahr nach dem Kriegsende, am 18. September 1946, wurden bei Ausgrabungen in Warschau große Metallkisten und Milchkannen zutage gefördert, in denen Hunderte von Dokumenten versteckt waren. Dort, wo sie sich befanden, hatte noch bis vor kurzem das Warschauer Ghetto gestanden. In den Kisten waren Materialien konserviert, die der im Ghetto eingeschlossene Historiker Emanuel Ringelblum mit seinen Mitarbeitern gesammelt hatte, um das, was ihnen unter der nationalsozialistischen Besatzung widerfahren war, für die Nachwelt zu dokumentieren. Samuel D. Kassow schildert in seinem Buch die Geschichte dieses Archivs und damit auch die Geschichte des Warschauer Ghettos. Er zeichnet das Leben Ringelblums nach, beschreibt die Situation in Polen vor dem Weltkrieg, das Verhältnis zwischen Juden und Polen, die politischen Bewegungen. So entsteht nicht nur ein Bild des Ghettos und der deutschen Vernichtungspolitik, wie wir es in dieser Anschaulichkeit bisher nicht besessen haben, sondern ein beispielhaftes Gesamtbild des polnischen Judentums mit seinen jahrhundertealten Traditionen.

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