Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone

Roman, Mystery von Mark Haddon
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Über

Große Namen erweisen diesem Buch die Ehre. Ian McEwan, der sich erst vor kurzem mit seiner tiefenpsychologischen Fallstudie Abbitte als Fachmann für die Feinmechanik menschlicher Befindlichkeiten erwiesen hat, schwärmt vom "großartigen Porträt einer kindlichen Seele". Oliver Sacks, der berühmte Romancier und Neurologe, attestiert Mark Haddon "tiefe Einblicke in die autistische Seele, sehr bewegend, sehr glaubwürdig -- und sehr witzig." Dabei ist Christopher Boone, "15 Jahre, 3 Monate und 2 Tage", dem Helden dieser Geschichte, alles Witzige mehr als fremd.

Am liebsten wäre Christopher in einer Weltraumkapsel allein auf endloser Fahrt. Die Menschen, ihre Launen und Stimmungswechsel sind dem autistischen Jungen ein ewiges, kaum lösbares Rätsel. Seine Welt stellt sich als streng logisches Fakten- und Zahlenwerk dar. Er schätzt es nicht, angefasst zu werden, nimmt Speisen nur an, wenn sie einander auf dem Teller nicht berühren und nennt die Welt der Primzahlen sein Zuhause. Und Sherlock Holmes natürlich, der in seiner glasklaren Logik für den Jungen ein natürliches Vorbild darstellt. Folgerichtig schlüpft Christopher, als er Wellington, den Hund der Nachbarin Mrs. Shears, mit einer Mistgabel erstochen auffindet, in die Rolle des viktorianischen Superhirns.

Die Story, versehen mit zahlreichen Schautafeln, Zeichnungen und Tabellen aus Christophers überreicher Innenwelt, entwickelt gehörige Spannung und staubtrockenen Humor. Ganz gegen den Willen seines Vaters beginnt Christopher seine "Ermittlungen", wird mit einem mehr als unvermuteten Hundekiller konfrontiert, enttarnt ungeahnte amouröse Verflechtungen und löst so nebenbei das Geheimnis um seine "verstorbene" Mutter.

Wichtiger und spannender jedoch: Der Leser erhält ein seltenes und kostbares Seelenporträt eines Autisten. Wie lebt ein Junge, der das Mienenspiel seiner Mitmenschen nicht deuten kann? Der ihre metaphernreiche Sprache (Wörter wie "futtern" oder "Augapfel" sind für Christopher beständige Fallstricke) nicht versteht? Der immer die Wahrheit sagt? Dem ein strikter Tagesablauf alles bedeutet, neue Eindrücke hingegen zum gefährlichen Kollaps führen können? Durch den Spiegel von Christophers Auge erleben wir uns Menschen gleichsam als unlogische Geisteszwerge und emotionale Irrläufer, dauerbehindert durch Gefühle, Ressentiments, aber eben auch durch Zweifel und Skrupel. Mark Haddon hat uns mehr als einen Krimi geschenkt -- einen wundervollen Einblick in eine fremde Seelenwelt. --Ravi Unger

Erschienen

2003

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samploo

Samploo

Sehr emotionales Werk, welches eine düstere und zutiefst depressive Geschichte erzählt, in welcher Lichtblicke stets zu ersticken versucht werden. Sehr lohnenswert. PS: Die Hörbuch Variante wurde vom Synchronsprecher Robert DeNiro's, dessen eigentlicher Name mir gerade entfallen ist, gesprochen. Ebenfalls sehr lohnenswert.

0 Antworten geschrieben im Oktober
skunk

Skunk

Ein faszinierendes Buch. Es ist interessant -- und manchmal beklemmend -- dem Hauptdarsteller und seinen Gedankengängen zu folgen. Sein größter Wert liegt meines Erachtens darin, dass es gut helfen kann, sich in Autisten hinein zu versetzen.

0 Antworten geschrieben im Juli
ottokeres

Ottokeres

Like most McCarthy novels, he writes a dark, tense, yet realistic representation of what life can be. In this case, in a apocalyptic America. A simple, yet beautiful read. Definitely a must read.

0 Antworten geschrieben im Januar
funkpreacher

Funkpreacher

Very consequent and concentrated. Touching in parts, but still prosaic. It reads like a short story in long.

0 Antworten geschrieben im Juni
wmflynn

Wmflynn

When I finished the book, I set it down and my first thought was "I just read a masterpiece."

0 Antworten geschrieben im Dezember
jplenkie

Jplenkie

Very well written book that touches on many topics and raises many ethical questions for the reader.

0 Antworten geschrieben im Juli
Crazycoffee

Crazycoffee

Ein Buch mit einer Handlung, die einfacher nicht sein könnte und dennoch so tiefgehend ist. Ein sehr sehr trauriges Buch, dessen Ende erahnt wird und dennoch schockiert. Begleitet einen Vater und seinen Sohn durch ein postapokalyptisches Land voll von Hunger, Schmerz und Gefahr - und trotz alledem einer großen Portion Hoffnung.

0 Antworten geschrieben im Mai
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