Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden

Fiktion von Raymond Carver
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Über

"Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden" ist nicht nur der bekannteste Titel einer Kurzgeschichte des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Er steht auch mittlerweile für eine ganze Ästhetik -- der aufs Wesentliche reduzierte Erzählstil, für den Raymond Carver berühmt wurde. Womöglich viel zu berühmt, könnte man argumentieren -- zumindest was den Nutzen für seine Geschichten angeht. Wie auch die Geschichten von Ernest Hemingway oder anderer ähnlich geliebter, imitierter, parodierter und geschmähter Schriftsteller, können diese manchmal das Gefühl vermitteln, man lese eine Persiflage. So wirken diverse Anfangssätze wie Türen, die den Weg ins Carver-Reich eröffnen, in dem jeder in einfach deklamatorischen Sätzen spricht, niemand nach einem Bier aufhört, und Versagen und Gewalt die wahren Ergebnisse des amerikanischen Traums sind.

Diese Geschichten bieten sich jedoch wie jedes wirklich wichtige und dauerhafte Werk für eine weitere sorgfältige Lektüre an. Zum einen gehört Carver zu den wenigen Schriftstellern, die Verzweiflung zutiefst komisch erscheinen lassen können. Zum anderen sind die Geschichten trotz ihrer scheinbaren Einfachheit so kunstvoll konstruiert wie Gedichte -- und wie Gedichte können die besten von ihnen unseren Atem ins Stocken geraten lassen. Vieles von dem, was in den Geschichten von Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden passiert, findet außerhalb der eigentlichen Geschichte statt, und wir müssen uns mit den Requisiten der Tragik zufrieden geben: Alkohol, löslicher Kaffee, Möbel aus einer gescheiterten Ehe, Zigaretten, die mitten in der Nacht geraucht werden. Das ist nicht einfach nur eine Sache der Technik. Carter lässt vieles weg, aber das ist lediglich ein Maßstab für die Verletzlichkeit seiner Charaktere -- die Nerven, die von seinen Geschichten blank gelegt werden. Mehr zu sagen, so meint man, würde einfach zu sehr weh tun. --Mary Park

Erschienen

1981

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