Drei rote Vierecke auf schwarzem Grund

Roman von Tonino Benacquista

Über

Neben arrivierten Stars wie Jean-Patrick Manchette und Jean-Bernard Pouy erscheinen in der schönen Série Noire auch eine Reihe jüngerer Autoren, die es mit ihren Vorbildern durchaus aufnehmen können. Jüngstes Beispiel ist Tonino Benacquista, dessen Drei rote Vierecke auf schwarzem Grund ohne Übertreibung als Juwel des schwarzen Romans bezeichnet werden kann.

Antoine hat nur eines im Sinn: Er will es als Billardspieler zu nationalem Erfolg bringen. Der junge Pariser verdient seine Brötchen in einer Galerie, wo er für den Aufbau der Ausstellungen mitverantwortlich ist. Allerdings hat er mit Kunst nur wenig am Hut, und jeden Tag nach der Arbeit eilt er schnurstracks in die Académie de L’Étoile, schnappt sich ein Queue und übt bis tief in die Nacht hinein.

Eines Tages geschieht jedoch ein Unglück, das Antoines Leben entscheidend verändert: Er überrascht einen einsamen Besucher in der Galerie beim Diebstahl. Als er ihn aufhalten will, kommt es zu einem Handgemenge, eine tonnenschwere Skulptur fällt um und begräbt ihn unter sich. Tage später wacht Antoine im Krankenhaus auf. Die Ärzte behaupten, er sei noch einmal glimpflich davongekommen, sie mussten ihm nur die rechte Hand amputieren. Voller Verzweiflung versucht er sich mit einem Leben ohne Billard abzufinden und macht sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Bilderdieb.

Drei rote Vierecke auf schwarzem Grund entführt die Leser in die Halbwelt der Kunsthändler und Galeristen und konfrontiert sie unbarmherzig mit der Tragödie der verstümmelten Hauptfigur. Dabei ist Antoine keineswegs nur ein leidender Sympathieträger; er betreibt seine Suche nach dem Täter durchaus rücksichtslos und lernt erst allmählich, dass er auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Und Benacquista gelingt etwas, das auch im Krimigenre eher selten ist: eine zutiefst befriedigende Schlusspointe. --Hannes Riffel

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